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Orthoptics

Ausgabe 20, 2008

Eine orthoptische Täuschung
Corinne Bächtold, Dipl. Orthoptistin, Prof. Dr. med. Klara Landau, Direktorin, Augenklinik, Universitätsspital Zürich

Zusammenfassung:
Vorgestellt wird ein Patient mit einer ausgeprägten Ektopie der Makula an beiden Augen. Der subjektive Eindruck des Schielens ist für den Patienten anders als die objektiven orthoptischen Befunde. Eingriffe an den Augenmuskeln brachten zwar den vorhergesehenen Erfolg, konnten jedoch den Patienten nicht befriedigen.

Schlüsselwörter:
Frühgeborenen-Retinopathie (ROP), Makulaektopie, Winkel Kappa
 

 

Mikrostrabismus der besonderen Art
Sabrina Blasi, dipl. Orthoptistin SRK, Augenarztpraxis, Dr. med. B. Weber, Zug

Zusammenfassung:
Eine 22jährige Patientin mit starken asthenopischen Beschwerden bei unkorrigierter Anisohyperopie und einseitigem Astigmatismus findet sich in meine orthoptische Sprechstunde ein und wird erfolgreich mit einer entlastenden Brille versorgt. Subjektiv ist Frau O.Y. zufrieden und nun beschwerdefrei.
Nach Erhalt der Brille zeichnet sich jedoch ein neues orthoptische Bild ab, das meine Erstdiagnose zwar nicht total widerlegt, diese aber sicherlich um einiges präzisieren lässt.

Schlüsselwörter:
Mikrostrabismus, zentrale Fixation, gemischte Korrespondenz, subnormale Binokularität, Anisometropie
 

 

41. Symposium über Strabologie, Pädiatrische-/ Neuroophthalmologie und Low Vision
Consilium Strabologicum Austraticum

Véronique Glauser, Orthoptistin, Abteilung für Strabologie und Neuroophthalmologie, Leitender Arzt Herr Prof. Dr. med. Daniel Mojon, Haus 09, Kantonsspital St. Gallen, 9007 St. Gallen

Zusammenfassung einiger Präsentationen

T. Keindl, Salzburg: Genetik des Strabismus
Heimo Steffen, Würzburg: Ist die Empfehlung zur Frühoperation vom frühkindlichen Innenschielen evidenzbasiert?
 

 

Fehlregenerationen bei Okulomotoriusparesen
Zusammenfassung der Diplomarbeit von Andrea Heuberger, Dipl. Orthoptistin
Abschlussjahr: 2007 im USZ

Zusammenfassung:
In meiner Diplomarbeit erforschte ich die Dauer zwischen dem Auftreten einer Okulomotoriusparese und einer Fehlregeneration. Zusätzlich wollte ich wissen, welche Fehlregeneration zuerst auftritt und ob das Auftreten einer bestimmten Reihenfolge unterliegt. Anhand von Patientenakten habe ich die eigenen Beispiele ausgewertet und mit der Literatur verglichen.
 

 

Konsekutives Brown-Syndrom nach Musculus obliquus superior-Faltung: Häufigkeit und Verlauf bis sechs Monate postoperativ
Autorin: Brigitte Schai, Kantonsspital St. Gallen, Augenklinik, Abteilung für Strabologie und Neuroophthalmologie, ärztlicher Leiter: Prof. Dr. med. Daniel Mojon

Zusammenfassung:
Nach einer Übersicht über das Brown-Syndrom und die Obliquus superior-Faltung folgen eine Literatur¬analyse, sowie eine Aktenauswertung. Diese zeigte, dass in 41 Prozent der Fälle nach einer Faltung des Musculus obliquus superior ein konsekutives Brown-Syndrom entsteht, auch wenn die Operations¬¬dosierung dabei unter 8.0 mm liegt.
Bei der Hälfte der Patienten zeigte sich im Verlauf bis sechs Monate postoperativ eine Verkleinerung des horizontalen Schielwinkels in Primärposition, während sich bei rund der anderen Hälfte eine Vergrösserung zeigte. Auch in Aufblick-Adduktion verhielt sich die Entwicklung des horizontalen Schielwinkels ähnlich (50% / 50%). Die Auswertung des vertikalen Schielwinkels ergab in Primär-position bei einem Drittel der Patienten eine Verkleinerung des Schielwinkels. Bei einem Sechstel konnte sogar eine vollständige Reduktion erzielt werden. Bei jeweils einem weiteren Sechstel der Patienten zeigten sich eine Vergrösserung des Schielwinkels, ein Umschlag der Vertikalabweichung oder keine Veränderung. In Aufblick-Adduktion fiel die Analyse wesentlich eindeutiger aus, denn hierbei wurde in 92 Prozent der Fälle eine Verkleinerung des vertikalen Schiel¬winkels gemessen.
Insgesamt zeigte sich eine sehr grosse Streubreite der Verlaufswerte, sodass keine exakte Prognose gegeben werden kann. Lediglich bei einem Drittel der Patienten konnte eine Reduktion sowohl des horizontalen, als auch des vertikalen Schielwinkels gemessen werden.  

Schlüsselwörter:
Konsekutives Brown-Syndrom, Jaensch-Brown-Syndrom, Obliquus superior-Sehnen¬scheiden¬syndrom, Obliquus superior-Faltung, Hebungseinschränkung, Trochlea
 

 

Mut zum Nahzusatz ! - zwei Fallbeschreibungen
Susanne Leuppi, Glarus

Zusammenfassung:
Eine Bifokalbrille zur optimalen Schielwinkelentlastung in der Nähe wird oft nur beim Nachweis eines funktionellen Nutzens (Stereopsis auf Random dot) verschrieben. Die beiden beschriebenen Fälle zeigen, dass es einerseits auch nach Jahren Bifokalbrillentragen (ohne Beweis für das Vorliegen von Stereopsis) noch möglich war, Stereopsis nachzuweisen und im anderen Fall durch eine vorübergehende Gabe von Bifokalgläsern die Stereopsis erhalten werden konnte. Dadurch konnte den Kindern eine normale Entwicklung der Binokularität ermöglicht werden, welche sie nun als bald Erwachsene kaum mehr verlieren werden.

Schlüsselwörter:
Akkommodativer Konvergenzexzess – Bifokalbrille – Gleitsichtbrille – Stereopsis mit Random dot
 

 

Visusevaluierung in einer historischen Kohorte von 137 okkludierten Patienten, 30-35 Jahre nach Ende der Okklusionsbehandlung; Brigitte Simonsz-Tóth1, Sjoukje E. Loudon2, Hanneke van Kempen-du Saar3, Elizabeth S. van de Graaf2, Johanna H. Groenewoud1, Huibert J. Simonsz2 1Abteilung Public Health, Erasmus Medizinisches Zentrum Rotterdam, Niederlande (Leitung Prof. Dr. J.P. Mackenbach) 2Abteilung Augenheilkunde, Erasmus Medizinisches Zentrum Rotterdam, Niederlande
3Waterland Krankenhaus Purmerend, Niederlande
Anschrift: Brigitte Simonsz-Tóth, Medizinisches Zentrum Haaglanden, Westeinde ziekenhuis, Polikliniek oogheelkunde, Lijnbaan 32, NL 2512 VA Den Haag

Originalartikel publiziert in Klin Monatsbl Augenheilkd. 2007 Jan;224(1):40-6.

Zusammenfassung Hintergrund: Der Visusverlauf des amblyopen Auges nach Ende der Okklusionsbehandlung wird unterschiedlich diskutiert. Wir untersuchten eine große historische Kohorte, 30-35 Jahre nach der Okklusionsbehandlung. Material und Methode: Von den 1250 Patienten, die in der Orthoptischen Abteilung des Waterland Krankenhauses in Purmerend zwischen 1968 und 1975 behandelt wurden, wurden 471 Kinder okkludiert. Davon wurden im Jahre 2003 137 Patienten orthoptisch nachuntersucht. Wir korrelierten den aktuellen Visus mit der Ursache der Amblyopie (Anisometropie, Strabismus oder Kombination), dem Alter bei Beginn und Ende der Okklusion, dem Visus bei Beginn und Ende der Okklusionsbehandlung, der Fixation, der Refraktion und dem Refraktionsverlauf. Ergebnisse: Korreliert mit dem aktuellen Visus waren ein geringer Visus des amblyopen Auges bei Beginn (P<0,0001) und Ende (P<0,0001) der Okklusionsbehandlung, eine exzentrische Fixation (P<0,0001) und die Ursache der Amblyopie (P=0,005). Insgesamt hatten 54 (39%) Patienten seit Ende der Behandlung eine Visusabnahme, davon 18 um mindestens 50% in Bezug zum Visus nach Ende der Behandlung. 15 dieser 18 Patienten hatten eine Anisohyperopie, die zugenommen hatte.
Schlußfolgerung: Assoziiert mit einer langfristigen Visusabnahme nach Ende der Okklusionsbehandlung waren eine kombinierte Ursache (Anisometropie und Strabismus) der Amblyopie und eine Zunahme der Anisohyperopie.  

Schlüsselwörter:
Amblyopie; Okklusionsbehandlung; Anisometropie; Strabismus