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Orthoptics

Amblyopie/Schwachsichtigkeit

Schwachsichtigkeit = Amblyopie

 

Die Bezeichnung Amblyopie stammt aus dem Griechischen und ist von den zwei Worten "stumpf" und "das Auge" abgeleitet und bedeutet Schwachsichtigkeit. Ein Auge wird als amblyop bezeichnet, wenn auch mit der besten Brillenkorrektur keine annähernd normale Sehschärfe erreicht werden kann.

 

Die zwei wichtigsten Ursachen für Schwachsichtigkeit sind:

1. Schielschwachsichtigkeit (am häufigsten)

3 - 4% der Bevölkerung schielt, die Hälfte davon weist eine mittlere bis schwere Schwachsichtigkeit auf! Es gibt kaum eine Augenerkrankung, die im Kindesalter so viele Sehschärfenverminderungen verursacht und bei frühzeitiger Behandlung so gut auf eine Therapie anspricht. Schielt ein Kleinkind immer mit dem gleichen Auge, so wird der Seheindruck vom schielenden Auge im Gehirn unterdrückt = supprimiert. Da sich die Sehschärfe vor allem während der ersten Lebensjahre entwickelt, bleibt ein so unterdrücktes Auge in seiner Entwicklung der Sehschärfe stehen. Es wird amblyop.

Die Prophylaxe oder die Therapie einer Schwachsichtigkeit sollte so früh wie möglich beginnen. Je früher die Behandlung erfolgt, um so besser die Prognose.

2. Anisometropie

Zu einer Schwachsichtigkeit eines Auges kann es auch kommen, wenn nur ein Auge fehlsichtig ist, oder wenn ein Auge deutlich mehr fehlsichtig ist als das andere (Amblyopie infolge Anisometropie). Wird diese Form der Schwachsichtigkeit früh entdeckt und mittels Brille auskorrigiert, so ist die Prognose relativ gut.


Behandlung

 

Es ist sehr wichtig eine Amblyopie zu behandeln. Das Ziel ist eine gute Sehschärfe beider Augen zu erreichen. Falls das «gute Auge» seine Sehschärfe durch einen Unfall oder eine Krankheit verlieren sollte, verändert sich das Leben des Betroffenen drastisch. Von einer vorerst guten Sehschärfe mit beiden Augen bleibt nur noch eine schlechte Sicht mit dem amblyopen Auge. Je nachdem bedeutet dies eine Änderung des Berufes und der Lebensweise.

Die Dauer der Behandlung ist abhängig vom Alter des Kindes und vom Ausmass der Sehschwäche. Je früher eine Sehschwäche erkannt wird und die Behandlung anfängt, desto besser sind die Erfolgschancen. In der Regel erstrecken sich die Kontrollen bis zur Pubertät hin. Wird eine Sehschwäche zu spät entdeckt, bleibt sie lebenslang bestehen!

Vor einer Amblyopietherapie:

1. Korrektur einer eventuell vorhandenen Fehlsichtigkeit durch eine Brille. Brillen können schon im Babyalter angepasst werden.

2. Auschluss von organischen Ursachen, mittels der augenärztlichen Untersuchung

3. Orthoptische Abklärung


Okklusion/Abdecken

 

Zur Beseitigung der Amblyopie dient die Okklusionstherapie, bei der mit einem Klebepflaster das gut sehende Auge in einem bestimmten Rhythmus (stunden- oder tageweise) abgedeckt wird. Dadurch wird das sehschwache Auge trainiert. Im Laufe der Behandlung kann das Pflaster durch den Verschluss eines Brillenglases mit Folien ersetzt werden.


Folien

 

Die Folie wird direkt auf dem Brillenglas des «guten Auge» angebracht. Jedoch kommt es oft vor, dass die Kinder über ihre Brille hinweg schauen. Deswegen werden die Folien meistens erst gegen Ende der Therapie gebraucht, um die Situation zu stabilisieren.


Tropfen

 

Bei gewissen Kindern kann die Behandlung auch durch spezielle Tropfen (Atropin) erfolgen. Die Atropintropfen werden in einem bestimmten Rhythmus ins gut sehende Auge gegeben. Dieses kann dadurch in der Nähe nicht mehr scharf sehen. Das sehschwache Auge übernimmt somit die Sehfunktion und wird dadurch trainiert. Diese Therapie wird nur noch selten angewendet.